


Nachstehend werden Erläuterungen, Hinweise und Kommentierungen zur neuen Europäischen Norm zum Stückverzinken der DIN EN ISO 1461 gegeben. Wegen der grundlegenden Bedeutung dieser Norm für das Stückverzinken war es leider nicht möglich, alle Informationen auf dem üblichen zweiseitigen Arbeitsblatt zusammenzufassen, daher werden sich auch die Arbeitsblätter 3.2 und 3.3, die denselben Titel tragen, ebenfalls mit dieser Thematik befassen. Diese drei Arbeitsblätter sind als Einheit zu betrachten.
DIE DIN 50976 ENTFÄLLT
Durch Feuerverzinken wird Stahl mit einem dichten, metallischen Zinküberzug versehen; der Stahl wird durch diesen dauerhaft vor Korrosion geschützt. Unter dem Oberbegriff „Feuerverzinken" sammeln sich zwei unterschiedliche Verfah-
rensvarianten, das diskontinuierliche Verfahren (Stückverzinken) und das konti-
nuierliche Verfahren („Bandverzinken") (Abb. 1); die Arbeitsblätter 3.1, 3.2 und 3.3 berichten ausschließlich über das sogenannte Stückverzinken. 
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|  Abb. 1: Gliederung der Feuerverzinkungsverfahren
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Im Rahmen einer immer intensiveren Verflechtung der Industrien auf europä-
ischer Ebene verlieren nationale Normen zunehmend an Bedeutung; schrittweise werden sie durch einheitliche europäische Normen ersetzt. Das diskontinuierliche Feuerverzinken wurde auf nationaler Ebene bis 1999 durch die DIN 50976 „Feuerverzinken von Einzelteilen (Stückverzinken)" geregelt. In dieser Norm waren Anforderungen und auch Prüfungen von Zinküberzügen, die nach dem Verfahren der Stückverzinkung hergestellt wurden, festgelegt. Der auf diese Weise hergestellte Zinküberzug ist auf einer Vielzahl von Produkten zu finden, angefangen bei kleinen Nägeln und Schrauben bis hin zu großen Masten und Hallen aus Stahl (Abb. 2). 
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|  Abb. 2: Die neue Euronorm regelt den gesamten Bereich der Stückverzinkung (von Großkonstruktionen bis zu Kleinteilen)
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Die DIN-Norm beinhaltete alle wesentlichen Fakten, die zur Planung, Durchführung und Prüfung von Feuerverzinkungsarbeiten gehörten, sie stellte damit die allgemein anerkannte Regel der Technik auf diesem Gebiet dar. Die letzte Fassung dieser Norm stammt aus dem Mai 1989. Sie hat mit der Einführung der neuen Euro-Norm 1999 ihre Gültigkeit verloren.
DIE NEUE DIN EN ISO 1461 GILT EUROPAWEIT
Als neue Norm im Bereich des Stückverzinkens gibt es also die DIN EN ISO 1461 „Durch Feuerverzinken auf Stahl aufgebrachte Zinküberzüge (Stückverzinken)". Mit dieser Norm wurde eine europaeinheitliche Feuerverzinkungsnorm geschaf-
fen, auch bisher gültige nationale Normen anderer Mitgliedsländer des CEN verloren ihre Gültigkeit. Die DIN EN ISO 1461 hat darüber hinaus als ISO-Norm auch weltweite Bedeutung.
ÄNDERUNGEN
Gegenüber der zurückgezogenen DIN 50976 (aus 1989) wurden Änderungen in folgenden zentralen Punkten durchgeführt: 
 | Änderung in der zulässigen Zusammensetzung der Zinkschmelze
|  | Anzahl und Durchführung von Prüfungen sind detaillierter festgelegt
|  | Anforderungen an die Dicke der Zinküberzüge in Abhängigkeit von der Materialdicke der Stahlteile sind anders gegliedert und teilweise abweichend geregelt
|  | Die maximal zulässige Größe von Fehlstellen im Zinküberzug wurde auf 10 cm² geändert
|  | In der deutschen Fassung enthält die neue Norm ein Nationales Beiblatt, das über zusätzliche Sachverhalte informiert und Empfehlungen ausspricht
|  | Die neue Norm enthält umfangreiche fachliche Erläuterungen (insbesondere im Anhang C), die zum Verständnis der Voraussetzungen und der Vorgänge beim Feuerverzinken einen wichtigen Beitrag leisten |
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1. Anwendungsbereich
Die DIN EN ISO 1461 legt alle Anforderungen und Prüfungen fest, die an das Stückverzinken von Stahlteilen gestellt werden. Es geht hierbei um das Feuerver-
zinken von Einzelteilen im diskontinuierlichen Verfahren. Die neue Norm regelt sowohl die Anforderungen an Zinküberzüge, die nach dieser Verfahrenstechnik hergestellt werden (z. B. Dicke des Zinküberzuges, Ausbesserungen usw.), sie legt aber auch Prozeduren fest, mit denen die Übereinstimmung der Feuerver-
zinkung mit dieser Norm nachgewiesen werden kann. Die Norm gilt nicht für andere Verfahrensvarianten des Feuerverzinkens, die in anderen Normen gere-
gelt sind. So gilt z. B. für das Feuerverzinken von Stahlrohren für Installations-
zwecke, die in automatischen Anlagen feuerverzinkt werden, die DIN EN 10240 (früher DIN 2444); das kontinuierliche Feuerverzinken von Band- und Feinblech ist in DIN EN 10326 bzw. DIN EN 10327 geregelt. Das Feuerverzinken von Stahldraht erfolgt nach DIN EN 10244-2. Das Feuerverzinken von Verbindungs-
mitteln (Schrauben, Muttern) ist in der internationalen Norm DIN EN ISO 10684 geregelt (Abb. 3). 
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|  Abb. 3: Das Feuerverzinken von mechanischen Verbindungselementen (Schrauben, Muttern) fällt nicht unter diese Norm. Diese Bauteile sind in der internationalen Norm DIN EN ISO 10684 geregelt.
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Für bestimmte Serienprodukte (z. B. Gerüste, Schutzplanken usw.) gibt es eigenständige Normen und Richtlinien, die in einigen Fällen abweichende Festlegungen zum Feuerverzinken dieser Teile treffen (z. B. hinsichtlich der Schichtdicke).
Das Feuerverzinken erfolgt üblicherweise im Lohnauftrag und unterliegt damit in Deutschland den Regelungen des Werkvertragsrechtes. Individuelle Vereinba-
rungen zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer, sowie Festlegungen in Leis-
tungsverzeichnissen, die Bestandteil eines Auftrages sind, haben daher vorrangig Gültigkeit, auch wenn sie teilweise andere Festlegungen treffen als die sie tangierenden Normen. In den meisten Fällen sind jedoch nach wie vor Normen von zentraler Bedeutung, da sie entweder bei Aufträgen ausdrücklich zitiert werden, oder mangels detaillierter Festlegungen hierzu automatisch die aner-
kannten Regeln der Technik darstellen.
Die Norm regelt die Leistungen, die von der Feuerverzinkerei zu erbringen sind, sie gilt jedoch nicht automatisch auch für nachgeschaltete Teilleistungen. So ist z.B. die Feuerverzinkerei für die Ausbesserung der von ihr zu vertretenden Fehlstellen (unverzinkte Stellen) zuständig, hingegen jedoch nicht für die Ausbes-
serung von Schäden am Zinküberzug, die durch die Montage entstehen.
Die DIN EN ISO 1461 ist auf das Feuerverzinken in dafür typischen Zink-
schmelzen anzuwenden, d.h. sie ist nicht anzuwenden auf Verzinkungsver-
fahren, die mit speziellen Zinklegierungen mit mehr als 2% anderer Metalle arbeiten (z.B. Galfan).
2. Normative Verweisungen
In diesem Abschnitt werden alle Normen aufgelistet, auf die innerhalb der neuen Norm Bezug genommen wird, und die daher von besonderem Interesse sein können, dieses gilt insbesondere für durchzuführende Prüfungen.
3. Begriffe
In Abschnitt 3 "Begriffe" der neuen Euro-Norm werden Begriffe, die in dieser Norm verwendet werden, definiert. Zum Verständnis der Details ist es wichtig, dass man diese Definition kennt und berücksichtigt. Insbesondere die Definitionen im Zusammenhang mit den durchzuführenden Prüfungen sind hierbei von Bedeutung.

4. Allgemeine Anforderungen
- Die Zinkschmelze
Wie bereits aus der alten DIN 50976 bekannt, legt auch die neue Euro-Norm fest, dass nicht mehr als 1,5 Massen-% anderer Metalle in der Zinkschmelze vorhanden sein dürfen; ausgenommen bei der Festlegung dieses Grenzwertes sind hiervon die Metalle Eisen und Zinn (Abb. 4). 
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|  Abb. 4: Normen liefern die Grundlage für die Arbeit in der Feuerverzinkerei
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Da die Zinkschmelzen beim Stückverzinken stets eisengesättigt sind (Fe ca. 0,03%), brauchen hierzu keine gesonderten Festlegungen getroffen zu werden. Zinn ist nützlich bei der Ausbildung der Kristallstruktur beim Feuerverzinken und braucht daher auch keinen gesonderten Reglementierungen unterworfen werden.
5. Prüfungen
In diesem kurzen Abschnitt legt die Norm eine Mindestanzahl von Teilen fest, die im Rahmen eines größeren Auftrages zu prüfen sind (Abb. 5). Allerdings ist die in der Norm hierzu festgelegte Mindestzahl von zu prüfenden Teilen sehr niedrig angesetzt, das heißt in der Praxis dürfte sich anbieten, eine größere Anzahl zu prüfender Teile zu vereinbaren. 
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|  Abb. 5: Zu prüfende Mindestanzahl bei Serienteilen
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